Die Bedeutung der MTZ®-Awards - Nationales Talentmanagement als eine ökonomische Pflicht

Es ist eine ökonomische Pflicht eine funktionierende Begabtenförderung zu schaffen, die Spitzenleistungen in Bologna-Strukturen erwarten läßt. Investitionen in Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie haben einen zentralen Stellenwert für die Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland und das Erreichen eines stetigen Wachstumspfades.

Der Anteil der Hochbegabten einer Altersklasse liegt bundesweit ca. bei 2 Prozent, von den nur 0,7 Prozent über das Begabtenförderungswerk gefördert werden. Vor diesem Hintergrund versteht die MTZstiftung ihr Engagement auch als "nationales Talentmanagement". Ein MTZ®-Award gilt heute als nationales Markenzeichen. Er ist der erste bedeutende wissenschaftliche Preis für einen innovativen Forschungsansatz in der Vita von jungen Forscherinnen und Forschern.

Innovationsfaktor Kooperation – die MTZ®-Awards auch als Medium für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft (Win-win-Situation)

Innovationen allgemein fördern Wachstum und Wohlstand. Innovative Forschungsansätze einer neuen Dimension wie die der medizinischen Systembiologie fördern kurzfristig die Gesundheit einer immer älter werdenden Gesellschaft.
      
Um die Innovationskraft in der Bundesrepublik Deutschland im internationalen Wettbewerb zu stärken, liegt ein zentraler Ansatzpunkt in der Zusammenarbeit von Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit Unternehmen. Die zunehmende Ausrichtung der Wirtschaft auf Spitzentechnologien und wissensintensive Dienstleistungen stellt besonders hohe Anforderungen an hochwertige wissenschaftliche Forschung.

Die Forschung bildet hier ein Kooperationsfeld par excellence. Basis für jede erfolgreiche Zusammenarbeit sind symmetrische Interessen der Partner.

Interesse der Industrie: Lösung einer Aufgabe/eines Problems,
die/das
• man mit der eigenen Kompetenz nicht lösen kann,
• man aus einer unabhängigen Position heraus bearbeiten lassen will (also unabhängig von den in einem Unternehmen eingefahrenen Wegen, Methoden, persönlichen Interessen u.s.w.),
• eine Methodik erfordert, die im Unternehmen unüblich ist,
• so singulär ist, dass eine eigene Ressource im Unternehmen dafür nicht sinnvoll ist,
• durch den exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchs preiswerter gelöst werden kann.
      
Interesse des exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchses:
• Förderung der wissenschaftlichen Arbeiten durch Drittmittel,
• Unabhängigkeit von den Mechanismen der Mittelzuteilung und -bewirtschaftung aus öffentlichen Töpfen,
• Anwendungsorientierung der Forschung und Lehre,
• Praxisbezogene wissenschaftliche Arbeiten (Publikationen, etc.)

Das Unternehmen gewinnt auf diese Weise Zugang zu den neuesten Forschungsergebnissen auf Gebieten seines Interesses, im Einzelfall bis hin zu deren Umsetzung in praxistaugliche Problemlösungen.
Den Wissensträgern in Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden wesentliche Einblicke in Praxisfelder geboten, die für ihre akademische Tätigkeit in Lehre und Forschung von Bedeutung sind. Oft trägt das Unternehmen hierbei nicht nur die Projektkosten, sondern zahlt auch eine persönliche Vergütung (im Rahmen von so genannten Consultancy-Verträgen). Für den wissenschaftlichen Nachwuchs eröffnet die Kooperation frühzeitige Erfahrungen der Unternehmenswelt.

Einige Unternehmen sehen in solchen, auf individuelle Wissensträger bezogenen Kooperationen explizit die Grundlage aller weiteren Beziehungen zur Wissenschaft bis hin zum Forschungsauftrag. Sie können sich so auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und minimieren das Risiko und damit auch die Kosten eigener Forschungsaktivitäten. Solche strategischen Partnerschaften bilden einen besonders geeigneten Rahmen, um dem Ablauf von Innovationsprozessen mit seiner kontinuierlichen Interaktion zwischen Grundlagen- und Anwendungsforschung und der Produktentwicklung gerecht zu werden. Sie erlauben bereits bei der Entwicklung auszuloten, welche Innovationspotentiale in einer Produkt- oder Dienstleistungsidee zu finden sind. Solche Open-Innovationen ermöglichen eine bewusste Ausschöpfung von Innovationspotentialen außerhalb des Unternehmens.

Der Zielkonflikt, dass Wissenschaftler ihre Forschungsergebnise möglichst schnell veröffentlichen, Unternehmen sehr schnell patentieren wollen, wird durch eine schnelle Patentierung gelöst. Wenn ein Patent zum Erfolg wird, lassen Unternehmen die Wissenschaft natürlich daran teilhaben.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fordert in seiner Hightech-Strategie die gesamte Wertschöpfungskette von Innovationen im Blick zu behalten - Vorfahrt für Wissenschaft, Forschung und Innovationen!

Die MTZ®stiftung möchte ihrer Philosophie entsprechend zur Innovationskraft in der Bundesrepublik Deutschland beitragen. Durch ihre Zusammenarbeit mit dem BMBF fühlt sie sich der Hightech-Strategie, bei der öffentliche Fördergelder in Spitzentechnologien und technologieübergreifende Querschnittsmaßnahmen fließen, im Besonderen verpflichtet. Ziel der Hightech-Strategie ist die stärkere Vernetzung von Wissenschaft und Forschung mit der Wirtschaft. Es soll nicht nur geforscht werden, die Innovationen müssen auch verstärkt auf den Markt kommen. Forschungsergebnisse müssen in Produkte, Dienstleistungen und Verfahren umgesetzt werden (optimale Ausnutzung des Transferpotentials wissenschaftlicher Erkenntnisse). Den Spitzentechniksektoren werden in der Weltwirtschaft die höchsten Wachstumspotentiale zugeschrieben. International anerkannte Forscherpersönlichkeiten in den Auswahlgremien der einzelnen MTZ®-Awards stellen sicher, dass sich nur der exzellente wissenschaftliche Nachwuchs den strengen Auswahlverfahren stellt und womöglich zu den MTZ®-PreisträgerInnen gehören wird. In ihrer jeweiligen Person liegt das Wissens-Potential, um den beschriebenen Brückenschlag zwischen Wirtschaft und Wissenschaft herzustellen und um in der Wertschöpfungskette von Innovationen zu praxistauglichen Problemlösungen – sprich Produkten wie Diagnostikverfahren, Medikamente, o.ä. - zu gelangen. Die Marktfähigkeit der Produkte wird in zunehmendem Maße auch davon abhängen, dass bioethische Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Auch diesem Anspruch wird die Stiftungsarbeit in ihrem Gesamtkonzept gerecht.

Den MTZ®-Preisträgern Dr.-Ing. Thomas Eißing, Dr.-Ing. Niels Grabe, Dr.-Ing. Julio Saez-Rodriguez, Dr.-Ing. Joachim Wiest sowie Dr. Mark Winderlich ist dieser Brückenschlag bereits gelungen. Wir werden ihre Arbeit weiterhin mit Interesse verfolgen und an dieser Stelle darüber berichten.
(© Essay von Thomas Zimmermann, Vorstandsvorsitzender der MTZstiftung, 27.03.2013)

Wortlaut Rede Alt-Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler
„Leistung motivieren – Zukunft gestalten“ - der MTZ®-BIOPRO Schülerpreis

Vor dem Hintergrund der Verknappungstendenzen bei Naturwissenschaftlern und Ingenieuren ist Forschung und Entwicklung in Deutschland immer stärker auf akademisches Wissen angewiesen.
Die bundesweit einmalige Einrichtung von Fachgymnasien mit der Ausrichtung Biotechnologie in Baden-Württemberg hat die MTZ®stiftung dazu inspiriert, ein Zeichen zu setzen und herausragende Leistungen von Abiturienten/innen pro Schule in diesem Fach mit dem MTZ®-BIOPRO Schülerpreis – bestehend aus einer Urkunde und einem Buchpreis – zu würdigen.
Die MTZ®stiftung hat mit der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH einen hervorragenden Partner gewonnen. Das Fach Biotechnologie soll im Hinblick auf seine Bedeutung für die medizinisch orientierte Zell- und Genforschung aufgewertet werden. Getreu dem Motto „Leistung motivieren – Zukunft gestalten“ soll der landesweite Preis frühzeitig zu herausragenden Leistungen motivieren und ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu einem entsprechenden Universitätsstudium und einer wissenschaftlichen Laufbahn sein.