MTZ®-Award for Systems Medicine - mit dem BMBF auf dem Weg zu einer systemorientierten Gesundheitsforschung

Der MTZ®-Award for Systems Medicine 2022 wird unter dem neuen Namen zum ersten Mal ausgelobt, findet sich aber in der erfolgreichen Reihe des MTZ Award for Medical Systems Biology wieder, der seit 2008 bereits an 21 exzellente Preisträgerinnen und Preisträger vergeben wurde.

Grußwort von Frau Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek vom 21.April 2021 anlässlich ihrer Schirmherrschaft über den MTZ-Award for Medical Systems Biology 2020

(Bildnachweis: Bundesregierung / Laurence Chaperon)

"Die Gesundheitsforschung hat in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte erzielt. Selbst bei schweren Erkrankungen wie Krebs können Patientinnen und Patienten inzwischen in vielen Fällen erfolgreich behandelt werden. Dennoch ist Krebs weiter die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat deshalb vor zwei Jahren gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit und weiteren Partnern die Nationale Dekade gegen Krebs ausgerufen. Ziel unserer gemeinsamen Anstrengung ist es, die Krebsforschung zu stärken, die Heilungschancen weiter zu verbessern und den Patientinnen und Patienten ein besseres Leben zu ermöglichen.
Die Systembiologie und besonders ihre Weiterentwicklung zur Systemmedizin leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Die Kombination aus Experiment und mathematischer Modellierung erlaubt neue Vorhersagen und innovative Ansätze für Prävention und Therapie. Gerade bei komplexen Krankheiten wie Krebs können so Forscherinnen und Forscher neue Durchbrüche erzielen. Wir fördern die Systembiologie in Deutschland daher seit mehr als fünfzehn Jahren.
In der Nationalen Dekade gegen Krebs startet im Sommer 2021 das systemmedizinische Forschungsnetz zur Früherkennung und Prävention von Leberkrebs „LiSyM-Krebs“. Das von uns geförderte Netzwerk baut auf den erfolgreichen Forschungsaktivitäten der BMBF-Vorgängerprogramme „HepatoSys“, „Die Virtuelle Leber“ und „LiSyM“ auf. Mit Hilfe systembiologischer Methoden haben diese Programme einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, verschiedene Prozesse der gesunden und kranken Leber zu erklären. Dabei stand die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses immer im Vordergrund.
Liebes Ehepaar Zimmermann, mit Ihrer MTZ-Stiftung setzen Sie sich dafür ein, besondere Leistungen junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu würdigen – und das schon seitdem die Systembiologie gefördert wird. Für Ihr jahrelanges und außergewöhnliches Engagement haben Sie die Verdienstmedaille des Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland im Juli 2020 erhalten. Dazu gratuliere ich Ihnen von ganzem Herzen. Vielen Dank für Ihren Einsatz.
Nun werden bereits zum siebten Mal drei junge Systembiologinnen und Systembiologen mit dem MTZ-Award for Medical Systems Biology ausgezeichnet, die herausragende Doktorarbeiten geschrieben haben. Die Schirmherrschaft für diese Auszeichnung übernehme ich wieder mit Freude. Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich und wünschen ihnen viel Erfolg – zumal in den vergangenen Jahren deutlich geworden ist, dass diese Auszeichnung häufig zusammenfällt mit dem Beginn einer vielversprechenden internationalen Karriere an exzellenten Universitäten oder Forschungsinstitutionen.
Das ist ein toller Erfolg für die gesamte Forschungsgemeinschaft. Ich hoffe, dass die MTZ-Stiftung ihre Arbeit noch lange mit Enthusiasmus und Engagement fortsetzt. Der wissenschaftliche Nachwuchs hat es verdient."

 

Anja Karliczek
Mitglied des Deutschen Bundestages
Bundesministerin für Bildung und Forschung

Der MTZ®-Award for Systems Medicine 2022 wird unter dem neuen Namen zum ersten Mal ausgelobt, findet sich aber in der erfolgreichen Reihe des MTZ Award for Medical Systems Biology wieder, der erstmals auf der SBMC 2008 am 23.05.2008 im Kulturpalast Dresden verliehen wurde. Es war die erste Preisverleihung eines Nationalen Nachwuchs-Förderpreises auf dem Gebiet der medizinisch orientierten Systembiologie in Europa und der Preis ist seit 2008 bereits an 21 exzellente Preisträgerinnen und Preisträger vergeben worden.
Der MTZ®-Award for Systems Medicine ist der Nationale Nachwuchs-Förderpreis für herausragende Dissertationsarbeiten junger Nachwuchswissenschaftler/-innen auf dem Gebiet der systemorientierten Gesundheitsforschung, den die MTZstiftung in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Projektträger Jülich (PtJ) auslobt und alle zwei Jahre auf einer internationalen Konferenz, voraussichtlich auf der Conference on Systems Biology of Mammalian Cells (SBMC) vergeben wird.
Der Fortschritt im Bereich der systembiologischen Forschung sowohl von der experimentellen als auch computergestützten Seite ist in den letzten Jahrzehnten rasant vorangekommen und findet nun Anwendung in der Systemmedizin.
Durch neue und verbesserte experimentelle Methoden und moderne Hochdurchsatztechnologien nimmt die Flut an Daten sowohl auf molekularer als auch Patientenebene enorm zu. Nur mit Softwarewerkzeugen zur bioinformatischen Verarbeitung kann diese Menge an Daten erfasst und analysiert werden. Die große Herausforderung ist dabei, aus der Fülle von Informationen die zu erkennen und zu nutzen, die zum Erkenntnisgewinn bei Erkrankungen beitragen.
Intelligente Algorithmen zur mathematischen Modellierung und Simulation komplexer biologischer Systeme leisten einen entscheidenden Beitrag, systemorientierte Informationen mit klinischen Patientendaten zu verbinden. Dabei wird die Systembiologie, mittels der komplexe, miteinander vernetzte biologische Phänomene in Zellen, Geweben und Organismen enträtselt und in realitätsnahe Computermodelle übertragen werden, als wichtige Grundlage für eine Medizin erkannt, die sich diesen neuen Herausforderungen hin zu einer immer mehr auf den Patienten maßgeschneiderten Medizin stellt. Diese Ausrichtung hin zu einer Systemmedizin findet auch zukünftig in den Förderungen des BMBF starke Berücksichtigung.
Ausgezeichnet werden die besten drei Dissertationen. Während der Fachkonferenz präsentieren die drei Preisträger/innen ihren Forschungsansatz dem breiten internationalen Fachpublikum.

Berücksichtigt werden ausschließlich Promotionsarbeiten, die im Rahmen von Fördermaßnahmen des BMBF auf dem Gebiet der Systembiologie entstanden sind. Hintergrund ist die Hightech-Strategie, bei der öffentliche Fördergelder in Spitzentechnologien und technologieübergreifende Querschnittsmaßnahmen fließen. Ziel der Hightech-Strategie ist die stärkere Vernetzung von Wissenschaft und Forschung mit der Wirtschaft.

Es soll nicht nur geforscht werden, die Innovationen müssen auch verstärkt als Produkte, Dienstleistungen und Verfahren auf den Markt kommen.

■ BMBF Broschüre "Systemmedizin: Neue Chancen in Forschung, Diagnose und Therapie" , November 2015
■ BMBF Broschüre "e:Med Maßnahmen zur Etablierung der Systemmedizin" , erschienen im August 2015
■ BMBF Broschüre "Alternativmethoden zum Tierversuch " , erschienen im April 2016

Erleben Sie in diesen drei Contentboxes herausragende Fälle der angewandten Medizinischen Systembiologie - u.a. Kooperation von MTZ-Awardees mit Unternehmen.
Herr Prof. Dr.-Ing. Niels Grabe ist der wissenschaftliche Leiter des Hamamatsu TISSUE IMAGING AND ANALYSIS CENTER und hat den Episim Cell Modeller entwickelt zur Modellierung von Zellstrukturen der Epidermis.