MTZ®-Award for Systems Medicine - mit dem BMBF auf dem Weg zu einer systemorientierten Gesundheitsforschung

Der MTZ®-Award for Systems Medicine 2022 wird unter dem neuen Namen zum ersten Mal ausgelobt, findet sich aber in der erfolgreichen Reihe des MTZ Award for Medical Systems Biology wieder, der seit 2008 bereits an 21 exzellente Preisträgerinnen und Preisträger vergeben wurde.

Grußwort von Frau Bundesministerin für Bildung und Forschung Bettina Stark-Watzinger vom 30.März 2022 anlässlich ihrer Schirmherrschaft über den MTZ-Award for Systems Medicine 2022

(Bildnachweis: Bundesregierung / Guido Bergmann)

"Liebe Leserinnen und Leser,
Tumor ist nicht gleich Tumor. Therapien, die bei einem Menschen gut anschlagen, zeigen beim anderen kaum eine Wirkung. Warum ist das so? Und wie bekommen wir es hin, dass trotzdem jede Patientin und jeder Patient eine optimale Behandlung erhält? Die Systemmedizin ermöglicht Antworten auf diese Fragen, indem sie die Lebens- und Informationswissenschaften gezielt miteinander verbindet. So hilft sie dabei, komplexe Krankheitsmechanismen besser zu verstehen, die vielversprechendste Therapie individuell zu ermitteln und damit den Menschen zu helfen.
Damit sich die Systemmedizin nachhaltig etabliert, fördert unser Ministerium den wissenschaftlichen Nachwuchs. Mit dem Förderkonzept „e:Med“ unterstützen wir gezielt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Anfang ihrer Karriere. Talente aus der Medizin, Informatik, Mathematik und Biologie können so ihre eigene systemmedizinische Nachwuchsgruppe aufbauen. Darüber hinaus fördern wir mehrere Juniorverbünde von jeweils drei bis fünf jungen Forscherinnen und Forschern.
Liebe Frau Zimmermann, lieber Herr Zimmermann, Sie haben den Segen der Systemmedizin erkannt. Die MTZ-Stiftung begleitet ihre Entwicklung seit mehr als 15 Jahren, weil sie früh das Potential des interdisziplinären Ansatzes entdeckte. Ihr besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Würdigung herausragender Leistungen junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Systemmedizin. So vergibt die Stiftung bereits zum achten Mal den MTZ-Award for Systems Medicine. Gern habe ich die Schirmherrschaft übernommen und gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern.
Die Nachwuchstalente haben bereits mit ihren Doktorarbeiten einen ausgezeichneten Beitrag zur Systemmedizin geleistet. Und ich bin sicher, dass wir auch in Zukunft noch viel von ihnen hören werden. Darauf setze ich zum Wohle der Patientinnen und Patienten und wünsche: viel Erfolg."

 

Bettina Stark-Watzinger
Mitglied des Deutschen Bundestages
Bundesministerin für Bildung und Forschung

Der MTZ®-Award for Systems Medicine 2022 wird unter dem neuen Namen zum ersten Mal ausgelobt, findet sich aber in der erfolgreichen Reihe des MTZ Award for Medical Systems Biology wieder, der erstmals auf der SBMC 2008 am 23.05.2008 im Kulturpalast Dresden verliehen wurde. Es war die erste Preisverleihung eines Nationalen Nachwuchs-Förderpreises auf dem Gebiet der medizinisch orientierten Systembiologie in Europa und der Preis ist seit 2008 bereits an 21 exzellente Preisträgerinnen und Preisträger vergeben worden.
Der MTZ®-Award for Systems Medicine ist der Nationale Nachwuchs-Förderpreis für herausragende Dissertationsarbeiten junger Nachwuchswissenschaftler/-innen auf dem Gebiet der systemorientierten Gesundheitsforschung, den die MTZstiftung in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Projektträger Jülich (PtJ) auslobt und alle zwei Jahre auf einer internationalen Konferenz, voraussichtlich auf der Conference on Systems Biology of Mammalian Cells (SBMC) vergeben wird.
Der Fortschritt im Bereich der systembiologischen Forschung sowohl von der experimentellen als auch computergestützten Seite ist in den letzten Jahrzehnten rasant vorangekommen und findet nun Anwendung in der Systemmedizin.
Durch neue und verbesserte experimentelle Methoden und moderne Hochdurchsatztechnologien nimmt die Flut an Daten sowohl auf molekularer als auch Patientenebene enorm zu. Nur mit Softwarewerkzeugen zur bioinformatischen Verarbeitung kann diese Menge an Daten erfasst und analysiert werden. Die große Herausforderung ist dabei, aus der Fülle von Informationen die zu erkennen und zu nutzen, die zum Erkenntnisgewinn bei Erkrankungen beitragen.
Intelligente Algorithmen zur mathematischen Modellierung und Simulation komplexer biologischer Systeme leisten einen entscheidenden Beitrag, systemorientierte Informationen mit klinischen Patientendaten zu verbinden. Dabei wird die Systembiologie, mittels der komplexe, miteinander vernetzte biologische Phänomene in Zellen, Geweben und Organismen enträtselt und in realitätsnahe Computermodelle übertragen werden, als wichtige Grundlage für eine Medizin erkannt, die sich diesen neuen Herausforderungen hin zu einer immer mehr auf den Patienten maßgeschneiderten Medizin stellt. Diese Ausrichtung hin zu einer Systemmedizin findet auch zukünftig in den Förderungen des BMBF starke Berücksichtigung.
Ausgezeichnet werden die besten drei Dissertationen. Während der Fachkonferenz präsentieren die drei Preisträger/innen ihren Forschungsansatz dem breiten internationalen Fachpublikum.

Berücksichtigt werden ausschließlich Promotionsarbeiten, die im Rahmen von Fördermaßnahmen des BMBF auf dem Gebiet der Systembiologie entstanden sind. Hintergrund ist die Hightech-Strategie, bei der öffentliche Fördergelder in Spitzentechnologien und technologieübergreifende Querschnittsmaßnahmen fließen. Ziel der Hightech-Strategie ist die stärkere Vernetzung von Wissenschaft und Forschung mit der Wirtschaft.

Es soll nicht nur geforscht werden, die Innovationen müssen auch verstärkt als Produkte, Dienstleistungen und Verfahren auf den Markt kommen.

■ BMBF Broschüre "Systemmedizin: Neue Chancen in Forschung, Diagnose und Therapie" , November 2015
■ BMBF Broschüre "e:Med Maßnahmen zur Etablierung der Systemmedizin" , erschienen im August 2015
■ BMBF Broschüre "Alternativmethoden zum Tierversuch " , erschienen im April 2016

Erleben Sie in diesen drei Contentboxes herausragende Fälle der angewandten Medizinischen Systembiologie - u.a. Kooperation von MTZ-Awardees mit Unternehmen.
Herr Prof. Dr.-Ing. Niels Grabe ist der wissenschaftliche Leiter des Hamamatsu TISSUE IMAGING AND ANALYSIS CENTER und hat den Episim Cell Modeller entwickelt zur Modellierung von Zellstrukturen der Epidermis.